Knieschleifen, Hanging-off, Tipps und Anleitung

Die meisten von euch kennen die Begriffe oder haben zumindest den ein oder anderen schon gehört. Hier geht es darum mit den Mythen aufzuräumen und zu erklären wie es geht. Jeder von euch kann es mit ein wenig Übung, denn es ist auch kein Hexenwerk.

KnieschleiferViele beneiden bei Treffen die Träger der angeschliffenen Kneeslider. Manche bearbeiten sie sogar mit ner Feile oder sonst was, man kauft bei eBay gebrauchte oder nutzt den Service sich die Slider anschleifen zu lassen (selbst das gibt es)… Nur um zum „erlauchten Kreis“ zu gehören (muss man das?). Alles wirklich nicht nötig, denn das macht ihr in Zukunft selbst und zwar genau so wie es sich gehört 😉 Die meistverkauften Knieschleifer findet ihr übrigens ganz unten.

Erstmal zur Begriffserklärung:

Hanging off

 – ist die seitliche Gewichtsverlagerung bei der man schon fast neben dem Motorrad hängt. Ohne „Hanging off“ kein Knieschleifen! (das ist schon mal die erste und wichtigste Regel, denn Hanging off ist sowieso für das Fahrkönnen viel wichtiger als das eigentliche Schleifen)

Knieschleifen, Kneedown oder Kneeslide

Knieschleifen Anleitung Hanging Off 9– ist die Berührung des Knies mit dem Asphalt und das ohne vom Bike zu fallen 😛

 

 

 

Knieschleifen, wie geht das? Im Video gezeigt

Ohne „Hanging off“ kein Kneedown

Daher erstmal die Erklärung wie man ein richtiges HangingOff anwendet:

Fußposition Motorradfahren, sportliche Fahrweise
Für sportliche Fahrweise gehört der Fußballen auf die Raste, nicht der Mittelfuß

Eine Grundregel beim Motorradfahren ist locker bleiben und nie verkrampft auf dem Bock sitzen. Die Fußballen oder gar die Zehen sitzen auf den Fußrasten, nicht die Fußmitte. Für einen sportlichen Fahrstil vermittelt dies ein besseres Gefühl für das Motorrad und die Straße. Ist der Fuß zu weit vorn kann dies auch in Schräglage zu Problemen führen, aber dazu nachher mehr.

Für ein „Hang off“ reicht es nicht das Knie auszustrecken. Man rutscht auf der Sitzbank zur Kurveninnenseite um nur noch mit ca. einer Arschbacke zu sitzen. Ganz wichtig ist, dies nicht erst in der Kurve zu machen sondern davor. Man bereitet sich also damit auf die Kurve vor. Würde man es erst am Kurvenanfang machen könnte man evtl. zu viel Unruhe ins Fahrwerk bringen! In Wechselkurven geht es natürlich nicht anders.

Sitzposition beim Hanging Off, Knieschleifen
Richtige Sitzposition schon vor der Kurve einnehmen

Wichtig hierbei ist dies zu üben und es am Besten auf ner Geraden oder leichten Kurven bei langsamen Speed zu testen. Am Anfang ist es sehr ungewohnt und fühlt sich komisch an. Es besteht auch die Gefahr mit dem Oberkörper das seitliche Gewicht ausbalancieren zu wollen, indem man den Oberkörper entgegen der Kurve schiebt.

Oberkörperhaltung beim Hanging Off / Knieschleifen
Blickführung ist extrem wichtig. Oberkörper in die Kurveninnenseite und weit nach unten

Heißt, wenn der Arsch nach rechts hängt beugt man sich evtl. mit dem Oberkörper nach links. Dies ist ein absolut schwerwiegender Fehler, und kann der Grund sein warum man das Knie nie auf den Boden bekommt. Man muss keine Angst haben, das Motorrad ist unter der Fahrt so stabil, das die Gewichtsverlagerung kein Problem darstellt – man muss sich nur erstmal dran gewöhnen.

Fußstellung Beinstellung beim Hanging Off / Knieschleifen, kurvenäußerer Fuß
Mit dem kurvenäußeren Fuß „hält“ man sich am Motorrad fest. Ferse an die Raste gepresst und Oberschenkel an den Tank

Wie geht es denn nun um die Kurve? Die Linie und der Speed ist natürlich sehr wichtig. Zum dran tasten sollte man den Speed aber nur langsam steigern um ein Gefühl für die Kurve und das „Hanging off“ zu bekommen. Nur nichts überstürzen und auf Nummer Sicher gehen. Zwei nicht zu unterschätzenden Punkte für einen KneeDown sind die Blickführung und die Oberkörperhaltung. Man muss sehr weit in die Kurve sehen und nicht nur kurz vors Vorderrad. Dies sollte aber eigentlich eine Grundregel beim Motorradfahren sein, die man bereits beherrscht. Extrem wichtig ist auch die Oberkörperhaltung. Wie oben schon beschrieben darf man die Gewichtsverlagerung mit dem Oberkörper nicht ausgleichen, im Gegenteil, man muss sie verstärken.

Knieschleifen Anleitung Hanging Off 2

Man sieht oft das der Helm des Fahrers trotz Hanging off direkt hinter der Verkleidungsscheibe ist. Dies ist grundlegend falsch. Der Oberkörper gehört mit in die Kurveninnenseite. Man sollte sich nach vorn und zur Seite beugen. Als Tipp: „Versuch dir in die eigene Hand zu beißen“, dann kommst du automatisch in die richtige Haltung. Der Kurvenäußere Unterarm liegt mit etwas Übung dann auch auf dem Tank auf. Der kurveninnere Fuß sitzt mit den Zehenspitzen auf den Rasten auf und kippt leicht über die Spitze der Raste nach außen. Das Knie ist nach außen gestreckt, der kurvenäußere Fuß drückt mit der Ferse fest an die Fußrastenanlage und das kurvenäußere Knie liegt am Tank an (man muss dazu, je nach Sitzposition, etwas nach hinten rutschen). Mit dem kurvenäußeren Bein krallt man sich am Bike fest, hier ist die Belastung. Auf dem kurveninneren Fuß, der leicht nach außen gekippt ist, liegt keinerlei Belastung!

Knieschleifen Anleitung Hanging Off 6

Sollte man beim Üben zuerst mit dem Fuß auf der Straße aufsitzen statt mit dem Knie (Zehenschleifer an den Stiefeln werden empfohlen) hat man die Zehenspitzen zu weit vorn. Dann den Fuß weiter nach hinten setzen, nicht das man sich selbst noch aushebelt… Hab ich auch schon geschafft und dadurch einen Mini Highsider ausgelöst den ich noch abgefangen hab, aber den Arsch hat s mir schon gehoben 😛 Es kann aber auch an der Position der Fußraste selbst liegen. Abhilfe verschafft eine verstellbare Fußrastenanlage. – Da ich die Knieschleiferanleitung gerade überarbeite muss ich hier anmerken dass ich es mittlerweile auch schon geschafft hab mich mit dem Fuß auszuhebeln und dadurch den Highsider vollendet hab… Aua… Man sollte daher hin und wieder mal sein Hanging Off überprüfen, Fehler können sich immer wieder mal einschleichen, gerade nach dem Winter wenn man lang nicht mehr gefahren ist…

Knieschleifen-Kneeslide-Kneedown-Anleitung-How-to-16-672x372Hat man dies alles beherzigt ist man mit einem guten „Hanging off“ unterwegs und das Knieschleifen ist nur noch Formsache. Das kommt mit etwas Übung von allein. Am besten übt man auf einer bekannten Strecke mit einer gut übersichtlichen und nicht zu schnellen Kurve. (Ein großer Parkplatz ist auch eine gute Möglichkeit)

Sie sollte am besten einen gleichmäßigen Radius haben und auch nicht zu kurz sein, so das man noch die Möglichkeit hat das Gas etwas zu öffnen, um die Schräglage auf sichere Art zu steigern. Sicherer ist es natürlich auf der Rennstrecke oder einem Verkehrsübungsplatz. Das ist natürlich jedem selbst überlassen, aber nicht jeder will das Geld dafür auch zahlen… Aufpassen muss man natürlich sehr gut und zu oft sollte man die Kurve nicht fahren.

Knieschleiferkurve-Applauskurve-672x372Durch sowas sind schon zu viele Applaus-Kurven bzw. Strecken gesperrt worden… Das will keiner von uns. Auf jeden Fall soll man sich langsam an die Sache rantasten und sich nur ganz langsam steigern! Bloß nichts erzwingen, denn das klappt sowieso nicht. Wie heißt es so schön, „die Straße muss zum Knie kommen nicht das Knie zur Straße“.

Also langsam steigern und keinen Sturz riskieren!!! Wie oben schon geschrieben dabei immer locker bleiben und nicht den Lenker verkrampft festhalten. Gerade am Lenker sollte man immer locker sein, er ist nicht zum festhalten da!

Knieschleifen Anleitung Hanging Off 12

Diese Anleitung kann nicht auf jede Maschine eins zu eins übertragen werden, aber grundsätzlich ist es fast mit jeder Maschine möglich. Es kommt auch nicht auf eure Größe, einen zu engen Kombi, zu kurze Oberschenkel oder sonst was an! Wichtig ist nur die richtige Technik und die braucht einfach seine Zeit und Übung!

Eine richtige Racing-Kombi bietet allerdings mehr Bewegungsfreiheit und durch das bessere Abspreizen des Knies kommt es auch früher auf den Boden. Mit normalen und engen Kombis geht es aber auch, nur muss man hier etwas länger üben bis man genug Schräglage hat (sollte das Knie nicht so weit raus gehen). Das kann aber alles nicht pauschal gesagt werden, kommt einfach auf den Körper und die Kombi an.

Hanging-off, warum überhaupt?

Knieschleifen Anleitung Hanging Off 7

Es ist eine Fahrtechnik wie „Drücken“ oder „Legen“. Vorteil ist die Gewichtsverlagerung zum Kurveninneren. Dadurch ist bei gleicher Geschwindigkeit weniger Schräglage nötig da man die Fliehkräfte positiv beeinflusst (simpel ausgedrückt). Im Umkehrschluss ist insgesamt eine höhere Kurvengeschwindigkeit möglich. Durch eine geringere Schräglage ist man automatisch auf schlechtem Untergrund (Nässe, Schmiere, Dreck) sicherer unterwegs.

Man bekommt ein besseres Gefühl für das Vorderrad und ein leichtes wegrutschen kann mit dem Knie evtl. sogar abgefangen werden. Man hat durch den Schräglagensensor Knie ein besseres Gefühl, und es macht auch einfach unendlich Spaß mit dem Knie über die Straße zu schrabbeln. 🙂

1396341353819_wm-672x372Nachteil ist dass man in Gefahrsituationen (im öffentlichen Straßenverkehr) nicht so gut reagieren kann. Hängt man neben dem Bike kann man am Lenker nicht mehr so gut bzw. so schnell ein Ausweichmanöver einleiten. Dies und die meist hohe Geschwindigkeit beim Knieschleifen ist der Grund warum es bei vielen verpönt ist. Viele sind der Meinung sowas gehört nicht in den Straßenverkehr, sondern nur auf die Renne. Sie werden auch schon mit erhobenem Zeigefinger bereit stehen um über mich her-zu-ziehen weil ich anderen „Hanging off“ erklär oder gar empfehle. Ich denke aber jeder muss das für sich entscheiden, denn nur am „Haning off“ liegt es nicht ob jemand „Sicher“ oder „Gefährdend“ unterwegs ist. Da sind viele andere Faktoren (mit-) entscheidend!

Persönlich bin ich der Meinung, dass es immer am Sichersten ist wenn man sein Motorrad beherrscht und dazu ist es auch nötig sämtliche Fahrtechniken drauf zu haben – das heißt auch den Kneedown. Keiner sollte ständig an seiner Grenze fahren, aber will man besser werden muss man seine Grenze verschieben und das geht nur wenn man hin und wieder an seine Grenzen geht. Nur so kann man für die Zukunft besser und sicherer unterwegs sein! Nur wer gut fahren kann hat es nicht nötig ständig an seiner Grenze zu fahren.

1396341353107_wm-672x372Ein Fahranfänger ist ständig an seiner Grenze und jeder der jetzt den Zeigefinger erhebt fährt jetzt auch nur so gut weil er geübt hat und sich langsam gesteigert hat. Also räumt anderen auch dieses Recht ein.

Und jetzt viel Spaß beim Üben und Schleifen 😛

Was haltet ihr von der Beschreibung? Hat es euch geholfen? Hab ich was vergessen? Schreibt unten in den Kommentaren!

Noch auf der Suche nach passenden Knieschleifer? Die meistverkauften Knieschleifer auf Amazon findet ihr hier.

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23 Kommentare

    • Habe es nun endlich geschafft mit dem Schleifen dank Eurer
      Anleitung. Besonders der Tipp “Versuch dir in die eigene Hand
      zu beißen” hat mir geholfen. Versuche hier Fotos meiner Slider
      einzufügen, weiß aber nicht ob man die dann hier sieht.
      Meine angeschliffenen Slider sind das Ergebnis von 2 Links-
      und einer Rechtskurve. ( 3x hintereinander gefahren und
      natürlich ohne Gegenverkehr)
      [IMG]http://i.imgur.com/qQx7jB7.jpg[/IMG]
      [IMG]http://i.imgur.com/KbPjCdY.jpg[/IMG]

        • Danke Horsemen. Muß noch erwähnen, daß
          es ja mehrere Webseiten gibt die einen das
          Hanging Off erklären. Aber hier bei Euch finde
          ich hat man die beste Anleitung. Natürlich habe
          ich auch einige Zeitlupenaufnahmen von Super-
          bike und MotoGP-Fahrern studiert um die richtige
          Körperhaltung zu lernen. Ich hänge meinen
          Oberkörper jetzt mit voller Absicht in die Kurven-
          innenseite. Man kann ja nicht herunterfallen
          weil man sich mit dem Knie auf der Fahrbahn
          abstützt. LoL.
          Ich werde in Zukunft auf der Landstraße
          weiterhin mit klassischer Haltung die Kurven
          räubern und nur ab und zu mit dem Knie
          schreddern wenn ich mir sicher bin.

  1. Super hilfreiche Tipps. Diese beherzigen, einen klaren Kopf behalten und auf sein Popometer hören dann funktioniert es. Der Tipp mit „in die Hand beißen“ ist wirklich gut. Noch ein Tipp von mir, der bei mir letztlich den gewünschten Asphaltkontakt gebracht hat: die kurveninnere Hand nicht wie wild gegen den Lenker drücken. Arm und Schulter locker lassen, nur dann kommt die Karre richtig runter und die Straße ist am Knie. Reine Kopfsache…man fällt nicht um

  2. Den Tipp mit Hand beissen koennte man sogar auf den Ellbogen beissen ausweiten.. Bei Rechtskurven war mir vom Fahrlehrer der Tipp sehr hilfreich auch Handgelenk ein wenig nach Aussen zu nehmen – Ellbogen weg vom Koerper -, als ob am Schraubenzieher dreht, so kontrolliert man den Gas besser ..

  3. Guten Tag.
    Hab da mal eine Frage:
    Muss das Bein auf der Innenseite komplett entlastet sein? Also so dass es mehr oder weniger auf der Fußraste schwebt? Oder soll man das Bein schon ablegen, nur kein zusätzliches Gewicht darauf abstützen?
    Falls es das Erste ist, würde ich mich gerne über Tipps freuen, wie ich das Gewicht, mit dem Bein auf der Außenseite, besser halten kann.
    Habe das Knie am Tankdeckel und den Fuß auf der Fußraste. Schaffe es aber nicht nur damit den gesamten Halt zu bekommen. Zudem habe ich das Gefühl, dass ich mit dem Fuß von der Fußraste rutschte.
    Kann es sein dass ich zu langsam bin und mich somit zu wenig Kräfte nach Außen drücken?

    Fahre eine Honda VFR 750 ´95
    Vielen Dank vorab.

    PS: Gutes und detailreiches Tutorial!

    • Danke erstmal! Du kannst deinen Kurveninneren Fuß schon abstellen, es sollte aber keine Belastung drauf sein da du sonst nen Abflug machst, solltest du von der Raste (aus irgend einem Grund) abrutschen. Es gibt sogar viele die hier belasten, da ihnen (wie dir) auch der Halt fehlt. Das finde ich aber absolut nicht empfehlenswert, da es auch ein Zeichen für ein „schlechteres Haning Off“ ist.
      Genügend halt bekommst du durch eine Kombination von verschiedenen Dingen. Einmal ist es auch die Fliehkraft. Zum zweiten muss die Ferse des kurvenäußeren Fußes an die Fußraste ran. Dann das kurvenäußere Knie an den Tank. Der kurvenäußere Arm soll auch noch an den Tank. Das gibt auch wieder mehr Halt. Da man den Lenker sowieso ganz locker halten soll (er ist nicht zum Festhalten da, sondern nur für leichte Lenkimpulse) ist dies auch gut möglich. Der Oberkörper muss dafür aber weit und tief in die Kurve.
      Alles reine Übungssache…
      Wenn am Anfang noch Belastung auf dem kurveninneren Fuß ist, ist es auch nicht so schlimm. In manchen Situationen muss man ihn sogar belasten, aber grundsätzlich ist es sicherer wenn darauf keine Belastung ist.

  4. Vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Freu mich auf die nächste Tour um hoffentlich die letzten Fehler zu beseitigen.
    Bis dahin, vielen Dank nochmal und n schönen Abend noch.

  5. Hi Ugly, zuerst einmal muss ich sagen das dein Beitrag zum hanging off sehr lehrreich und gut geschrieben ist. Nach nun mehr 4 Jahren und Rund 60.000 km auf dem Bike wollte ich mich auch mal an das hanging off wagen. Leider habe ich es bislang noch nicht geschafft mein Knie auf den Asphalt zu bekommen trotz deiner guten Tipps. Ich sollte vielleicht erwähnen das ich es auch erst ein paar Tage intensiv nach deiner Anleitung probiere. Ich glaube das meine Schräglarge ausreicht (meinem Reifen nach zu urteilen). Trotzdem will es noch nicht so richtig klappen. Es ist schon eine ganz schöne Umstellung der Fahrweise. Vor allem, vor der Kurve gehe ich gerade noch so eine kleine Checkliste im Kopf durch, habe ich die richtige Sitzposition? Ist meine Fußstellung richtig? Beiße ich mir auch ordentlich in die Hand? Ja kein Druck auf die Raste der Kurveninnenseite. Ich fahre jetzt kein Supersportler bin aber mit meiner 1250er Bandit gerne etwas flotter unterwegs. Manchmal habe ich das Gefühl das die Technik passt und bekomme das Knie doch nicht auf die Straße. Dann fängt man an, an sich selbst zu zweifeln und sich zu fragen bin ich vielleicht doch ein Schisser, muss ich wirklich noch weiter runter? Ich will es ja auch nicht übertreiben. Geht das mit meiner Karre überhaupt? Dann sehe ich Videos indem Leute im Kreisverkehr bei einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h das Knie schleifen lassen. Ich muss wohl einfach noch etwas Geduld aufbringen und weiterüben.

    • Danke dir! Ja, lass dir auf jeden Fall zeit! Erzwingen bringt da gar nichts. Das Wichtigste beim Motorradfahren ist immer locker bleiben und das geht mit einem Erzwingen nicht. 😉
      Wie heißt es so schön, die Straße muss zum Knie kommen und nicht das Knie zur Straße…
      Das wird schon noch mit der Zeit und an die „ungewöhnliche“ Haltung gewöhnt man sich auch recht schnell. Lass dir also auf jeden Fall zeit!

  6. Ich fahre nun seit 2 Jahren, und bin in den Kurven schon recht flott unterwegs, nur leider fehlt es garnicht mehr viel bis meine Knie schleifen. Ich habe das Gefühl es liegt jetzt nur noch an der Haltung. Ich habe eine Engere Kombi, aber bin genauso tief wie ein Kollege der ne weite Kombi anhat, und wir beide schleifen nicht. handelt sich um eine 600er gsxr, ich achte wirklich auf alles, aber es fehlt immer nur noch so 2cm wenn überhaupt

    • Das wird schon noch. Bloß nichts überstürzen 😉 Versuch mal deinen Oberkörper mehr in die Kurve zu nehmen. Als ob du dir in die Hand beißen willst. Weiß nicht genau warum, aber bei mir hat das Knie dann viel früher Kontakt

  7. Guten Morgen
    Ich fahre nun seit knapp 2 Monaten mein Motorrad und habe mittlerweile keine Probleme mehr das Knie auf den Boden zu bekommen. Jedoch sind mir gestern beim Fahren einige „Fehler“ oder suboptimale Sachen aufgefallen. Leider kann ich meine Freunde nicht fragen, da ich mit einer 20 Jahren alten Bandit einen großen Unterschied zu den 125er Fahrern habe.
    Hier meine Frage: Wenn ich nun das Knie unten habe merke ich manchmal, dass gleichzeitig meine Fußraste und damit mein Schuh auch auf dem Boden ist. Das führte nun auch dazu das meine Touring Stiefel (Ich habe meine komplette Ausrüstung von meinem Vater) komplett abgeschliffen sind (Ich würde hier gerne ein Foto einstellen weiß nur nicht wie das geht). Könnte ich diesen meines erachtens unnötigen Materialverschleiß dadurch beheben mich noch mehr mit meinem Körper in die Kurve zu lehnen um das Knie in einem steileren Winken auf den Asphalt zu setzen? Dadurch sollte ich ja dann nicht mehr mit der Fußraste schleifen weil das Knie ein Stück weiter unten hängt.
    Leider hilft mir nun das nicht mehr, ich muss neue Schuhe kaufen (mit Schleifschutz) jedoch möchte ich das Schleifen meines Fußes und der Fußraste weegen der erhöhten Unfallgefahr vermeiden.
    Danke für das Lesen meines Textes, ich bin gespannt auf die Antwort.
    MFG Jonas

  8. Hi Jonas!

    Grundsätzlich hilft mehr Gewichtsverlagerung, also mehr Hanging Off, Schräglage zu vermeiden. In deinem Fall würde es aber wohl nicht lang dauern und du hast wieder die gleiche Schräglage in der Kurve, durchfährst sie dann halt nur schneller und der Fuß schleift wieder 😉

    Das Schleifen mit dem Fuß halte ich für bedenklich. In den alten Tagen hat man damit die Schräglage erfühlt, mittlerweile nimmt man dafür aber meist das Knie. Im Regen kann aber der Fuß auch noch gut helfen. Das aber nur am Rande, da ich nur erwähnen wollte, dass das Schleifen mit dem Fuß auch Vorteile haben kann bzw. es früher Standard war.
    Warum ich es dann aber trotzdem für bedenklich halte? – Schlechte Erfahrung… Auf dem Hockenheimring hab ich in der Haarnadel nach der Parabolika auch immer mit Fuß und Knie geschliffen. War auch toll… Einmal, ich war sogar langsamer als in den Runden vorher, hab ich wieder voll umgelegt und geschliffen. Tja, da hat der Fuß aber den Reifen etwas ausgehebelt und ich hab Grip verloren. Der Grip kam dann aber ganz schnell wieder, meine Kleine hat sich aufgestellt und mich über den Lenker geschleudert. Highsider…

    Was du jetzt also machen kannst um das zu vermeiden…
    Wie schon erwähnt hilft evtl mehr Haning Off. Eine andere Fußstellung kann auch hilfreich sein. Oben schreibe ich ja das ich den Fuß über die Fußrastenspitze nach außen drehe, um das Knie in die richtige Position zu bekommen. Mit genug Erfahrung, die du ja hast, kannst du den Fuß auch ganz innen an der Fußraste lassen (hier stören dann aber die Zehenschleifer). Dadurch gewinnst du wieder etwas an Schräglagenfreiheit. Wenn die Raste aber schon selbst schleift hilft das natürlich auch nichts mehr.
    Was langfristig besser ist, ist eine verstellbare Fußrastenanlage. Notfalls die „billige“ Version mit den verstellbarem Gelenk. Dadurch ist der Fuß auch wieder etwas höher und du bekommst mehr Schräglagenfreiheit.
    Manche Maschinen kann man auch in der Höhe verstellen oder evtl eine andere Umlenkung verbauen. Auch dadurch kommst du wieder etwas höher. Hier aber nicht nur der Fuß, sondern die komplette Fuhre. Das hat dann auch Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Hier kann man sagen das Höher bedeutet, dass sie leichter in die Kurven zu werfen ist, also Handlicher wird. Nachteil ist, Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten geht etwas verloren. Das Ganze hält sich aber in Grenzen und ist meist nicht schlimm, oft sogar ganz bewusst gewollt 😉

    Ich hoffe ich konnte etwas helfen!

  9. Hi, jetzt bin ich mal gespannt, ob Du eine Ferndiagnose machen kannst. Ich versuche das Problem mal so gut wie möglich zu beschreiben. Vorab allerdings: Deine Beschreibung ist super gut. Genau so habe ich es gelernt und auch mit dem Knie geschrabbelt. Problem heute: es klappt nicht mehr. Gut, ich habe einen Supersportler gefahren, bin dann auf Naked umgestiegen. Es klappte dann mal hier und da und mittlerweile gar nicht mehr. Habe mir als Zweitbike wieder einen Supersportler zugelegt und auch dort klappt es nicht mehr. Meine Eigenanalyse sieht so aus. Klar, nen Naked hat eine höhere Schräglagenfreiheit. Damit erscheint gefühlt der Kontakt der Straße mit dem Knie sowieso weiter. Gefühlt fährt man dann schon riesen Schräglage und hat immer noch kein Kontakt.Sitze auf dem Naked ziemlich weit hinten im Sattel. Das hat wieder zur Folge, dass die Arme relativ weit ausgestreckt sind und man tendenziell anfängt, sich ein wenig auf dem Lenker abzustützen. Ich weiß, dass geht nun schon mal gar nicht. Was mir irgendwie fehlt, ist das Ablegen des Bauches auf dem Tank. Ich fand es beim Supersportler echt angenehm den Bauch und Oberkörper auf dem Tank abzulegen, da es einem zusätzlich Halt gab und dafür sorgte, dass die Arme nun wirklich vollends entspannt auf dem Lenker lagen. Neben gebeugten Arm und Hand in Schraubenzieherstellung schaute man zwangsläufig tief unten neben dem Außenspiegel vorbei. Beim Naked funktioniert das nun überhaupt nicht. Der Bauch ist weit weg vom Tank. Bewege ich meinen Bauch und Oberkörper Richtung Tank, dann sind die Arme nicht mehr parallel zum Boden, sondern aufwärts Richtung Lenker gerichtet. In Highspeed-Kurven mit weitem Kurvenradius lässt es sich so sehr gut fahren (ohne Knie auf der Straße), aber sobald enger gezogene Kurven kommen, ist es vorbei mit der Kontrolle. Also wieder näher an den Tank ran und die Kontrolle ist wieder da, aber ein Hangoff will einfach nicht klappen. Ich nehme mal an, dass durch die Verunsicherung und Ursachensuche nun auf beiden ein Hangoff (insbesondere ein Schrabbeln mit dem Knie) einfach nicht mehr funktionieren will. Hast Du einen Tipp, woran das liegen könnte und wie man das abstellen kann? Besides. Mir ist auf der Internot etwas aufgefallen. Da standen Rennsemmeln. Auffällig war bei den Rennsemmeln, dass der Tank viel höher war, als bei den Serienmodellen. Das hat natürlich den immensen Vorteil, das die Junx ihren Bauch und Oberkörper viel schneller auf dem Tank ablegen können und somit alle anderen Kontaktstellen wesentlich besser entlasten können.
    Besten Gruß
    Aprilisti

  10. Sorry, nach ein Nachschlag. Habe folgendes vergessen. Habe mir schon überlegt, ob es beim Naked etwas bringen könnte, die Lenkstange in ihrem Winkel zu verändern, sprich zu mir zu drehen. Das hätte zumindest zur Folge, dass die Arme nicht mehr beim vor- und runterbeugen des Körpers und dem berühmt-berüchtigten Biss ins Handgelenk oder Ellenbogen nicht mehr von unten nach oben zum Lenker führen.

    Nochmals, besten Dank und Gruß

    Aprilisti

  11. Tag,

    Also bei mir klappt es seit Sonntag! Aber seit dem sofort richtig und in jeder richtigen Kurve…kaum war der Knoten geplatzt, ging der Rauch auf! Habe die Anleitung leider erst nachher entdeckt, aber die Tipps klingen für mich schlüssig!
    Mein Tipp wäre, wirklich bei weniger Tempo mit dem arsch soweit neben das bike zu rutschen, bis das äußere Knie sich an der Sitzbank einhakt! So kommt man mit wenig Tempo und wenig Schräglage selbst in langsamen kehren stabil und verlässlich auf einen satten knee-slide!

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